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Samstag, 30. August 2008

Georgien – Kriegsbeginner in die NATO?

Nachdem jetzt schon tagelang die sommerpolitische Irritation über den Georgienkonflikt durch das Sommerloch waberte, nämlich der „Überfall Russlands auf Georgien“ wie es oft in Zeitungen und TV-Magazinen lautete, wird es noch besser. »Kalter Krieg« wird schon wieder verlautbart, hysterisch fast wie zu Zeiten von 9/11 beim Thema Terror.

Kann es sein, dass indirekt für die USA Wahlkampf gemacht wird, wie der russische Premierminister Putin in CNN den Amerikanern vorwarf?

Und unsere Kanzlerin setzt noch einen Blumentopf drauf. Georgien sollte in die NATO. Eine schöne Fiktion – aber derzeit mit einem Ende.
Da kann sich eine Denkende nur an den Kopf fassen. Die NATO ist nicht dazu da, ethnisch-politische Probleme der ehemaligen GUS oder gar der kommunistischen UdSSR zu regeln. Wäre Georgien schon in der NATO, dann hätten wir jetzt vielleicht eine militärische Auseinandersetzung mit Russland, bei dem auch Deutschland Truppen entsenden müsste.

Der deutsche Außenminister Steinmeier ermahnte auf dem NATO-Treffen Russland zu einem Rückzug aus Georgien und sah im Georgienkonflikt sogar eine nicht unerhebliche Gefahr für Europa.

Hat es vielleicht schwarzflüssige Gründe, dass Georgien in die NATO soll? Durch Georgien zieht sich nämlich eine wichtige Ölpipeline – wichtig für die USA und auch Deutschland? Es fließt von Aserbeidschan Öl durch diese Röhren, was aber nur ca. 1% des weltweiten Öls ausmacht. Brauchen wir diese strategische Reserver oder gar indirekt die Kontrolle über dieses Gebiet?

Oder sind das eher christliche Gründe? Georgien ist ein christlich geprägtes Land, mit muslimischen Nachbarländern. Soll in dem Bereich mehr amerikanischer und europäischer Einfluss gewonnen werden?

Oder ist es nur die Erneuerung einer alten Freundschaft?

Es ist schon problematisch genug, dass Polen und Tschechien mit den USA im Alleingang(!) einen angeblich Schutzschild gegen Mittelstreckenraketen aus dem Raum Iran/Irak aufbauen wollen, was für Russland aber eine Bedrohung an den eigenen Grenzen darstellt, da diese Raketen auch Russland erreichen könnten. In jedem Fall ist es eine machtpolitische Provokation der USA in Richtung Kreml.

Der russische Präsident Medvedew hatte in einem Interview bei Al-Jazeera vor einer Erhöhung des Drucks durch US-Raketen auf Russland gewarnt und zu gegebender Zeit eine militärische Antwort angekündigt. Der russische Bär steht auf den Hinterbeinen und brüllt wieder. Recht hat er mit dem Brummen, denn im Schwarzen Meer werden NATO- und US-Marine-Schiffe anlanden, um humanitäre Hilfe zu leisten, aber wohl auch indirekt westliche Stärke zu zeigen. Wie Al-Jazeera meldet, hat auch Russland Präsenz gezeigt und einen Kreuzer sowie zwei andere Schiffe ins Schwarze Meer gesandt. Der Bär zeigt sein Gebiss und die Krallen, er hat einen Teil seines Gebietes markiert und abgegrenzt. Russland hat nämlich erst letzhin die Unabhängigkeitserklärung der georgischen Provinzen Südossetien und Abchasien anerkannt.

Was aus dem Schlüsselklimpern (kein Säbelrasseln, eher Messerklappern) der deutschen Politiker in Richtung Russland wird, und was Russland weiter gedenkt zu tun, in Sachen Terrain schützen und verteidigen? Wer weiß – wir werden es sehen.

Spätestens wenn das Sommerloch vorbei ist. Obwohl dann wieder Wahlkampf herrscht, nein, nicht in den USA – in Bayern!


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