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Mittwoch, 27. Mai 2009

Websites löschen statt Stoppschildsperren klappt

Alvar Freude hat bewiesen, dass es möglich ist, Webseiten löschen zu lassen anstatt diese nur durch ominöse Stoppschilder zu „verbieten“. AK Zensur untersuchte automatisiert Weblisten und schrieb dann die Provider an. Reaktionen kamen meist schnell, die Seiten wurden dann vom Netz genommen.

Während Frau von der Leyen noch unwissend schwadroniert: Das Schließen von Anbieterservern ist zwar auch verstärkt worden. Da bleibt aber viel zu tun. Das geht nur über internationale Verhandlungen. wie im Spiegel zu lesen ist, hat AK Zensur eben gehandelt.

Laut AK Zensur wurden in 46 Ländern automatisiert (per E-Mail) 348 Provider angeschrieben und über 1943 vorgeblich illegale Webseiten, die in Sperrlisten stehen, informiert. 250 Provider antworteten, fanden aber nur legale Inhalte, 10 entfernten gefundene illegale Inhalte. In einem Zeitraum von 12 Stunden konnten so 60 Kinderpornoangebote gelöscht werden.

Weiterhin wurde auch klar, dass so manche in der Sperrliste stehende Adresse keien illegalen Inhalte, schon gar keine Kinderpornos beinhalteten, also zu Unrecht auf Sperrlisten landeten. In Finnland wurden sogar Webseiten gesperrt, die sich kritisch mit Internetsperren auseinandersetzen.

Wie eine sieht, ist es doch nicht so schwer, gegen illegale Inhalte vorzugehen, auch wenn Frau von der Leyen das nicht weiß oder zugeben will. Illegale Webseiten konnten überprüft und gelöscht werden, durch einfachen E-Mail-Kontakt mit dem Provider, ohne internationale Verhandlungen durchführen zu müssen oder gar Hausdurchsuchungsbeschlüsse von Gerichten zu haben, um die Server zu durchsuchen.

Ich finde, die Polizei muss einfach mehr ihr Personal aufstocken, mehr Fachkompetenz erlangen, um Kinderpornographie zu ermitteln, was aber leider niemand interessiert, weil es Geld kostet, mehr Geld als alberne Sperrschilder im World Wide Web.

Politiker fordern Sperrlisten, weil dadurch medienwirksam, für das Wahlvolk Hilflosigkeit in Bezug auf Ermittlungsarbeit verdeckt, moralische Integrität vorgetäuscht und Handeln suggeriert wird. Und weil Sperrlisten einfach auch auf andere Inhalte erweiterbar sind, ist erst einmal das Instrument Sperre rechtlich eingeführt.

So gesehen ist Kinderpornographie kein wirklich wichtiges Problem, das Stützen von korrupten Banken oder maroden Firmen ist da wichtiger. Warum? Ganz einfach, Kinder sind, politisch gesehen, moralisches Verschiebematerial, keine Wähler.


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