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Freitag, 03. Juli 2009

Analog-Käse und andere Widerwärtigkeiten

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Gerade erfuhr ich, dass es neben Analog-Käse auch Analog-Schinken gibt. Diese Analog-Nahrungsmittel sind nicht schädlich oder gefährlich, aber im Grunde genommen minderwertig. Und sie täuschen durch ihre Aufmachung einfach das Original vor.

Eine gruselige Essvorstellung.

Analog-Käse ist Käseersatz, der nichts mehr mit Käse zu tun hat, eine Mischung aus Fett, Öl, Proteinen und anderen Stoffen. Er sieht irgendwie wie Gouda aus, ist aber keiner. Verwendet wird das Kunstprodukt oft auch als Pizzabelag.

Schon der Stern stellte fest, dass bis zu 30% kein Käse in den Produkten mehr ist, sondern der Ersatz. So eine Verwendung von Kunstkäse täuscht die Konsumenten, die Verwendung des Ersatzes muss nämlich auf dem Produkt oder in Speisekarten ausgezeichnet werden.

Das Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit benennt Analogkäse gar als Labor- oder Plastikkäse. Auch die schmackhaften Käsestangen enthielten laut Untersuchung öfters das Imitat anstatt echten Käses als Überzug.

Der Analog-Schinken ist ähnlich.

Wie solch ein Analog-Schinken, also Schinkenimitat, aussieht, kann zum Beispiel beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nachgelesen werden. Auch in Bayern zeigt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit schöne Bilder und Texte zum Schinken-Imitat.

Seit Jahren sinken die Fleischanteile auf Tiefkühl-Pizzen.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern wurde nur ein Viertel des Kochschinkens wirklich als solcher serviert, das meiste war Imitat, wurde aber nicht deklariert.
Jetzt wurde in Hessen festgestellt, dass jeder dritte Schinken im Essen gar keiner ist.
Alles Täuschung der Verbraucher. Auch wenn Schinken auf einem Produkt abgebildet ist, gar der Begriff Schinken auf einer Verpackung, sollte Vorsicht walten lassen und genau die Packungsbeilage, ähhhm… die Inhaltsstoffe lesen.

Aber vielleicht gehört das zu einer Generation von Menschen, die mit übersüßten Säften und Industriebrei großgezogen wurden, sich in der Jugend und im Erwachsenenalter mit Limonaden, Hamburgern, Pommes und Pizza ernähren. Kochen kennen da so manche nur vom Kaffee kochen, manche haben sogar nur eine Mikrowelle und esse Tiefkühlware.

Auch Essen braucht Zeit und Genuss. Genuss gibt es nur durch gute Lebensmittel und Zeit muss sich jede selbst nehmen – wie in Frankreich.

Ich beneide Frankreich und seine Bewohner mit ihrer guten Esskultur. Selbst an Schulen gehören Kochkurse zum Unterricht, damit die französische Kochkultur erhalten bleibt.

Nur in Deutschland gehört die Ernährung und der Genuss nicht zur Allgemeinbildung – trotz aller Kochshows. Denn wer anderen beim Essen zusieht, kocht selber oft nicht mehr.

Wie eine sieht: In Deutschland ist Essen oft unkoscher. Jedenfalls trifft des der Ausdruck doch am Besten.


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