Laut einem Interview mit der Wiener Zeitung vom 5.10.2007 „Frauen sind Frauen gegenüber gnadenloser“ sagt Schwarzer, dass es Frauen an Respekt und Distanz mangelt und dass Frauen anderen Frauen gegenüber unduldsamer und gnadenloser sind.
Leider. Das ist finstere Realität. Und diese macht auch nicht vor einer Zeitschrift wie Emma, Brigitte oder wie sie sonst heißen, halt.
Wenn ich mir Äußerungen in Emma über die Jahre zu Gemüte führe, die Behinderung, Sexualität, weibliche Identität oder lesbische Lebensweise betreffen, muss ich schaudern. Die Emma hat sich wie andere Frauenzeitungen auch dem wert- und politisch konservativem Bild der modernen (mehr-oder-weniger emanzipierten) Frau von heute angepasst. In jedem Fall hat dieser Schritt – oder sollte ich eher sagen: Schnitt oder Rechtsruck – ungefähr 1990 stattgefunden.
Aber eine politische Frau braucht ja nun wirklich kein Buch aus Frau Schwarzers Feder. Da ist der Unterschied zu anderer „Frauenliteratur“ in Form von Lebensratgebern zu klein und einfach zu realitätsfern. Die Schnittmenge dieser Bücher bezogen auf Frauenbewegung und Frauenleben ist nun wirklich zu marginal. Und was an ihren Büchern und Ideen nun politisch ist? Nichts oder doch noch was? Vielleicht die heimelige Normalität der Durchschnittlichkeit. Da kann sich jede Frau wiederfinden, uniformiert im Sog der Emanzipation, in der Erinnerung der früher er- und gelebten Unterdrückung. Es passt in die heutige Zeit der Gleichmacherei, die nun auch schon länger und nicht nur mehr unter Frauen grassiert.
Ich würde das »Feminismus light« nennen. Macht nicht dick – weder im Kopf noch sonstwo. Trägt nicht auf und zu Nichts bei.
Eine Schelmin, die jetzt Böses denkt!

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